Die Illusion vom schnellen Job!

Die Suche dauert im Schnitt länger als erwartet – etwa ein halbes Jahr

Suchdauer: 2003 = 22,8 Wochen; 2008 = 29 Wochen, 2018 = 24,8 Wochen © Lee Hecht Harrison│OTM
Suchdauer: 2003 = 22,8 Wochen; 2008 = 29 Wochen, 2018 = 24,8 Wochen © Lee Hecht Harrison│OTM
Branchentrends 2018 vs 2019 © Lee Hecht Harrison│OTM
Branchentrends 2018 vs 2019 © Lee Hecht Harrison│OTM
Suchstrategie: Kontaktnetz 71%, Personalberater 6%, Direktansprache 1%, Stellenanzeigen 22% © Lee Hecht Harrison│OTM
Suchstrategie: Kontaktnetz 71%, Personalberater 6%, Direktansprache 1%, Stellenanzeigen 22% © Lee Hecht Harrison│OTM
Mag. Walter Reisenzein Geschäftsführer und Berater von Lee Hecht Harrison│OTM
Mag. Walter Reisenzein Geschäftsführer und Berater von Lee Hecht Harrison│OTM

17.06.2019

Lee Hecht Harrison / OTM erhebt jährlich eine Statistik der österreichischen Outplacement Beratung. Dabei wird bei Personalabbau und Kündigungen mit Unternehmen aller Branchen zusammengearbeitet und die betroffenen Mitarbeiter bei der beruflichen Neuorientierung unterstützt.

„Es soll schnell gehen, möglichst innerhalb eines Monats“ ist der Wunsch der Betroffenen“ wie uns der Geschäftsführer Walter Reisenzein erzählt. Warum es jedoch im Schnitt 24,8 Wochen also etwas weniger als ein halbes Jahr dauert liegt am mehrstufigen Prozess. Zwischen dem Versenden der Unterlagen, Interviews bei Personalberatern, mit Personalverantwortlichen, mit dem neuen Chef, liegen immer wieder 2 oder mehr Wochen dazwischen. Dazu können noch Tests und Assessmentcenter, aber auch die Verhandlungen und Rücksprachen mit Rechtsanwälten kommen. Zusätzlich wird noch Vorbereitungszeit für das Erarbeiten von Karriereziel, Marketingplan, Lebenslauf, sowie eines Linkedin- und Xingprofils benötigt.

Im Vergleich zu früher ist diese Zeitspanne ziemlich unverändert. Im Krisenjahr 2008 war sie mit 29 Wochen auf dem höchsten Niveau, es dauerte damals etwa ein drei Viertel Jahr bis eine neue adäquate Stelle gefunden war.

Aus welchen Branchen kommen die Jobsuchenden?

Die Branchenzahlen spiegeln die Wirtschaftsentwicklung wider. In 2003 lag die Lebensmittelindustrie (32%) an der Spitze, Pharmafirmen mit 55% im Jahr 2018. Die klassische Industrie (Konsumgüter, Automotive & Maschinen) hingegen ist im Langzeitvergleich rückläufig.

Was tun? Entscheidend ist das Netzwerk!

Über persönliche Kontakte eine neue Stelle zu suchen ist mit 71% die erfolgreichste Strategie und sie nimmt in den letzten Jahren permanent zu. Im offenen Stellenmarkt wurden dagegen nur 22 % über Stellenanzeigen und 6% über Personalberater platziert.

Trend zur Selbständigkeit

Selbständigkeit wird in der beruflichen Neuorientierung eine immer häufigere Option: So haben sich 2018 erstmals 12% unserer Kandidaten ein eigenes Geschäft aufgebaut. Der Anstieg ist im langjährigen Vergleich enorm. „Freelancertum“ und „ gig Economy“ sind Schlagworte die damit einhergehen.

Wie schaut der/die typische Outplacement KandidatIn aus?

  • 60% sind Männer, 40% Frauen, Trend unverändert
  • Durchschnittsalter 47 Jahre, Tendenz steigend
  • Dauer des letzten Dienstverhältnisses etwa 11,5 Jahre, gleichbleibend
  • Kündigungsgründe sind vorrangig Reorganisationen (69%), d.h.: durch Strukturwandel verursacht. Danach folgt durch Rationalisierung (15%), also durch konjunkturelle Gründe, verursachter Abbau.

www.lhhaustria.at