Erfolgreicher Projektabschluss "Digital Stress Management"

25.04.2018

Mit digitalem Stress besser umgehen

Technologische Innovationen oder künstliche Intelligenz bestimmen immer mehr die Arbeitswelt. Maschinen sollen Arbeitsabläufe schneller und besser erledigen als wir Menschen. Doch es sind die Mitarbeiter, die diese Maschinen bedienen und mit sich verändernden Arbeitsgeräten ihre Aufgaben erledigen müssen. Die digitale Schnelllebigkeit erzeugt bei uns Menschen jedoch Stress.

Um dem entgegenzuwirken, sollten Unternehmen gleichermaßen in die Prävention von digitalem Stress, sowie in eine intensive Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Nur so können Sie den Anforderungen eines sich immer schneller bewegenden Marktes gerecht werden.

 

Wissensvorsprung durch Ausbildung

Das Netzwerk Humanressourcen hat aus diesem Grund gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität ein von der FFG unterstütztes Qualifizierungsseminar mit dem Namen „Digital Stress Management“ ins Leben gerufen. Ziel dieses 10 Module fassenden Qualifizierungsprogramms war es, die Teilnehmer auf die Auswirkungen der immer intensiver werdenden Computer-Mensch-Interaktion vorzubereiten.

 

René Riedl, Professor für Digital Business und Innovation an der FH Steyr sowie an der Johannes Kepler Universität, weiß aufgrund seiner Forschungen zum Thema Techno-Stress, dass es grundsätzlich egal ist ob der Stress als positiv oder negativ assoziiert wird, physisch sind die Auswirkungen ident. Die sieben teilnehmenden Unternehmen erhielten daher zuallererst einen Überblick über die Grundzüge der physischen und psychischen Belastungen, Stressoren des beruflichen und privaten Alltags sowie über den aktuellen Stand der Forschung und Technik. Diese Aspekte dienten als Grundbausteine für die Erstellung der individuellen Strategien zur technologischen Stressprävention im Unternehmen.

 

Individuelle Ansätze zur Stressprävention

Im März präsentierten die Teilnehmer dann beim Abschluss des Qualifizierungsseminars ihre individuellen Unternehmensstrategien zum Thema Digital Stress. Als Grundlage dienten im Vorfeld geführte abteilungs- oder unternehmensweite Befragungen, bei denen die Stressauslöser im Umgang mit Technologie eruiert wurden. Branchenübergreifend wurden zwar ähnliche Stressoren identifiziert, die Ansätze zur Prävention fielen aber unterschiedlich aus.

 

Als sehr hilfreich wurden so genannte Work-Hacks erachtet. Diese kleinen Interventionen haben den Vorteil, schnell auf einzelne Teilbereiche oder gar die ganze Organisation ausgerollt werden zu können. Ein Beispiel dafür wäre eine stille Arbeitsstunde ohne Gespräch, Mail, Telefon usw. Dies ermöglicht den Mitarbeitern sich im Idealfall in einen Flow-Zustand zu versetzen oder zumindest nah dran zu sein. Erste Umfragen in den einzelnen Unternehmen haben bereits gezeigt, dass dies für die Beteiligten in wahrer Segen war und sie sich voll und ganz auf ihre Tätigkeit konzentrieren konnten. Dies wiederum hatte zur Folge, dass sich sowohl die Arbeitsmoral, als auch die Effizienz gesteigert hat.

 

Viele dieser stress-präventiven Interventionen sind für den Angestelltenbereich anzuwenden. Hier gibt es auch eine immense Anzahl an möglichen technologischen Stressoren. Dabei vergisst man sehr leicht auf die Arbeiterschaft, welche ebenfalls in den Berührungskreis von „Digital-Stress“ kommt. Es handelt sich hier aber oft um andere Charakteristika von Stress. Es sind hier weniger Stressoren wie „Techno-Overload“, „Techno-Invasion“ oder „Techno-Unreliability“ die hier, im Gegensatz zu Angestellten, die potentiell häufigsten Stressoren sind. Oft ist es die Ungewissheit, die mit technologischer Interaktion einhergeht. Ebenso spielt die sich ständig verändernde Technologie, die so genannte „Techno-Uncertainty“ eine tragende Rolle, speziell bei der routinierteren Belegschaft. Aufklärung und eine angemessene Sensibilisierung sind als häufigste Gegenmaßnahmen genannt worden.

 

Summa summarum bleibt es aber weiter spannend, ob sich die Weiterentwicklung von Technologie dem Menschen annähert, oder ob sich der Mensch bis zu einem gewissen Grad den neuen Anforderungen des technologischen Arbeitslebens anpassen muss!


Foto: Ronald Mitterndorfer, MA

Ronald Mitterndorfer, MA

Projektmanager Netzwerk Humanressourcen

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