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20.01.2004: Innovation durch branchenübergreifende Vernetzung in OÖ: EU genehmigt innovatives Maßnahmenprogramm „RIO“

Information zur Pressekonferenz am 20. Jänner 2004

Landesrat Viktor Sigl:
Innovation durch branchenübergreifende Vernetzung in OÖ:
EU genehmigt innovatives Maßnahmenprogramm „RIO“


Der Erfolg von Regionen hängt eng mit der Innovationsfähigkeit und –bereitschaft der Unternehmen und Menschen zusammen. Im Rahmen des neuen Maßnahmenprojektes RIO - Regionales Innovationssystems Oberösterreich, das beim Europäischen Fonds für Regionalentwicklung der Europäischen Kommission eingereicht und genehmigt wurde, soll in den nächsten zwei Jahren die gezielte branchenübergreifende Wissensvernetzung aktiviert werden. 

Mit IQ im internationalen Wettbewerb punkten

Dieses Programm ist ein weiterer Baustein Oberösterreichs in der Vorbereitung unserer Betriebe auf die EU-Erweiterung und positioniert unser Land als fortschrittlichen Wirtschaftsstandort in Europa. Nicht im Kostenwettbewerb sondern im Qualitätswettbewerb liegen unsere Chancen. Hinter Oberösterreichs Produkten und Dienstleistungen muss IQ stehen: I für Innovation und Q für Qualität.

Folgende Themenbereiche stehen bei RIO im Mittelpunkt:

  • Humanressourcen (HR),
  • Forschung/Technologie/Innovation (FTI),
  • Logistik,
  • Design & Medien und
  • regionaler Innovationsraum.

Alle Unternehmen der oö. Wirtschaft sind eingeladen, sich an den Themennetzwerken zu beteiligen, können davon profitieren und dadurch ihre betriebliche Leistungsfähigkeit verbessern. Gezielt soll dabei vor allem auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eingegangen werden.


Gemeinsam statt einsam: Netzwerkbildung stärkt die oö. Wirtschaft


Durch die Förderungsmaßnahmen im Rahmen dieses Programms soll über die Akteure des oö. Technologienetzwerkes (z.B. Kompetenzzentren, Trägerorganisationen der Cluster, Technologie- und Gründerzentren, universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen etc.) ein wesentlicher Beitrag zur Vernetzung, Weiterentwicklung und Stärkung des regionalen Innovationssystems geleistet werden.

Die Ziele sind daher:

  • Stärkung des Innovationsbewusstseins und Technikinteresses von Frauen und Jugendlichen
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der oö. Unternehmen durch vier branchenübergreifende Kompetenz-Netzwerke insbesondere Logistik und Design & Medien
  • Umsetzung der regionalwirtschaftlichen Entwicklungskonzepte um Lebensqualität und Wohlstand in allen Teilen des Landes zu sichern
  • Stärkung und qualitative Weiterentwicklung der Position Oberösterreichs unter den europäischen Top-Regionen im Bereich „regional networking“

Fördervolumen: Sechs Millionen Euro


Das Gesamtprojektvolumen beträgt sechs Millionen Euro. Drei Millionen davon kommen von der Europäischen Union, 1,3 vom Land Oberösterreich und 1,7 Millionen sind private Mittel.

Bis dato liegen 32 Projektanträge vor, der RIO-Lenkungsausschuss (Vertreter von Land, AK, WK OÖ, Unternehmen, Uni, FH, UAR, Frauenbeauftragte) hat für 15 Projekte Förderempfehlungen ausgesprochen. 

Mag. Gerlinde Pöchhacker:
Die Themenfelder im Detail - Konkrete Projektvorschläge


Humanressourcen (HR)

Im Bereich Humanressourcen sollen bewusstseinsbildende Maßnahmen für Frauen und Jugendliche gesetzt werden, um das Interesse für Innovations- und Technikthemen und für entsprechende Berufe und Studien in diesem Bereich zu verstärken. Weiters sollen innovative HR-Maßnahmen in Unternehmen zur Verbesserung der Arbeitsqualität und –zufriedenheit zum Einsatz kommen. Der branchenübergreifende Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen über innovative HR-Instrumente soll hier aktiviert werden.

Konkrete Maßnahmen, wie diese Ziele zu verwirklichen sind, sind etwa

-  die Aufbereitung des Themas „Technik“ im Internet,
- Tage der offenen Türen um Mädchen für diese Berufe zu begeistern,
- Schnuppertage in technikorientierten Unternehmen für Mädchen,
- eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrer/innen ,
- ein Jugendfolder für Schüler/innen und die
- Analyse und Adaptierung von Technik-Arbeitsplätzen für Frauen im Automobil-Bereich.
 
FTI (Forschung/Technologie/Innovation)

Die Ziele in diesem Bereich sind die Verbesserung der Innovationsfähigkeit der Firmen und die Verstärkung des Technologietransfers von Forschungseinrichtungen zu Unternehmen, insbesondere zu KMU. Das geschieht durch die Durchführung konkreter Entwicklungsprojekte.

In einem Projekt bereiten mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen die gemeinsame Nutzung von Mess- und Prüfeinrichtungen für die F&E-Tätigkeit vor. Dadurch können eine breitere Palette von hochwertigen Ressourcen kostengünstig genutzt werden. Leichtere Materialien und die Reduzierung der Entwicklungszeiten sind die Ziele des Projekts.

Logistik

Unternehmen, die ihre Logistikkompetenz verbessern wollen, sind aufgerufen, im Netzwerk Logistik mitzuarbeiten. Hier haben sich alle im Logistikbereich tätigen Akteure (Verein Netzwerk Logistik, Universität Linz, Fachhochschule Steyr, Wirtschaftskammer und TMG) zusammen getan, um in den nächsten zwei Jahren mit Workshops, Trainings, Studienreisen, Optimierungsprojekten usw. die oö. Firmen bei der Optimierung ihrer inner- und zwischenbetrieblichen Logistik zu unterstützen und Innovations- und Kostenpotenziale zu erschließen.

Design & Medien

Unternehmen, die in ihrer Produktgestaltung auf Design setzen, können höherwertige und hochpreisige Produkte anbieten. Ein Wettbewerbsvorteil, der für große wie kleine Unternehmen höchst relevant ist. Im Projekt Design & Medien haben sich die wesentlichen Player im Designbereich, wie zum Beispiel die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, die Universität Linz und das AEC zusammen getan, um mittels Bewusstseinsbildung, praxisorientierter Qualifizierung und dem intensiven Erfahrungsaustausch mit Unternehmen, die bereits erfolgreich ihre Designkompetenz verbessert haben, das Thema Design & Medien in die oö. Wirtschaft zu bringen.

Regionaler Innovationsraum = Stärkung des ländlichen Raums

In diesem Themenfeld soll vor allem eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des ländlichen Raums und der regionalen Identität erfolgen. Weiters sollen regionalwirtschaftlichen Entwicklungskonzepte durch innovative Schlüsselprojekte umgesetzt und der Innovationsgedanken in der Wahrnehmung der Menschen verankert werden.

Ein zentraler Punkt des Regionalwirtschaftlichen Entwicklungskonzeptes Vöcklabruck ist der Ausbau der bestehenden regionalen Stärkefelder (Mechatronik, Blechverarbeitung, Holz und Wassertechnologie). Ein Hauptziel des in RIO geförderten Projektes „SWOT-SPOT“ ist es, in einem ausgewählten Stärkefeld Partnerbetriebe zu identifizieren und ein umsetzungsreifes regionales Netzwerkprojekt aufzubauen.

Im Projekt „Von der Strategie zur Aktion“ der Region Steyr-Kirchdorf wird ein Umsetzungsprozess für die strategische Ausrichtung im Bereich Gewerbe und Industrie erarbeitet und eingeführt.

Mag. Eva Zsigo:
Wer kann eine Förderung in Anspruch nehmen?

Für die ersten vier Themenfelder kommen alle Akteure des Technologienetzwerkes OÖ in Frage. Das sind im Besonderen:
  • Kompetenzzentren (Kplus, Kind, Knet)
  • Trägerorganisationen der oö. Cluster-Initiativen
  • Technologie- und Gründerzentren (Impulszentren)
  • Universitäre und außeruniversitäre Forschungs- und Bildungseinrichtungen und das Ars Electronica Center Linz
  • Technologietransfer- und Gründerfördereinrichtungen (zB. CATT, TIM, tech2b)
  • Mit wirtschafts- und technologiepolitischen Aufgaben befasste Körperschaften öffentlichen Rechts

Für das Themenfeld 5 sind Förderungswerber im Sinne dieser Richtlinien alle Regionalmanagements, Körperschaften öffentlichen Rechts (Gemeinden und Gemeindeverbände) sowie Vereine, Tourismusorganisationen und Interessensvertretungen.

Unternehmen werden nicht mit Bürokratie belastet


"RIO" ermöglicht somit den Akteuren des oö. Technologienetzwerkes in Kooperation mit den oö. Unternehmen neue Impulse und Initiativen zu setzen, um den Technologietransfer zu verstärken.
Durch die Projektabwicklung über die Netzwerk-Partner und Trägerorganisationen können sich die oö. Unternehmen auf die innovativen Inhalte der Kooperationen konzentrieren, Anträge und bürokratische Abwicklungen betreffen sie nicht.

Zwei Projektkategorien zur Umsetzung


Für die Umsetzung wurden zwei Projektkategorien definiert: Vernetzungsprojekte, um positive Effekte themen- und branchenübergreifend zu erzielen und Pilotprojekte, die zeigen, wie innovative Ansätze direkt mit Unternehmen entwickelt werden können. Hier sollen besonders die Kooperationen zwischen F&E-Einrichtungen und Unternehmen unterstützt werden. Voraussetzung für eine Teilnahme an den Vernetzungsprojekten ist, dass mindestens drei Akteure des Technologienetzwerkes OÖ zusammenarbeiten. Die Pilotprojekte sehen eine F&E-Einrichtung und mindestens zwei Unternehmen vor.

Förderintensitäten für Vernetzungsprojekte

Die Förderungsintensität für die ersten vier Themenfelder beträgt 75 Prozent der auf das eingereichte Vernetzungsprojekt entfallenden förderbaren Kosten. Die Förderungsintensität für das Themenfeld fünf beträgt 80 Prozent der auf das eingereichte Vernetzungsprojekt entfallenden förderbaren Kosten.

Förderintensitäten für innovative Pilotprojekte

Die Förderungsintensität für die ersten vier Themenfelder beträgt 40 Prozent, für das Themenfeld fünf 80 Prozent der anfallenden förderbaren Kosten.

Interesse ist groß - nächste Projektantragsfrist 27. Februar 2004

Das Interesse an RIO ist groß: Insgesamt wurden bis dato 32 Anträge eingereicht, 15 Projekte wurden vom Lenkungsausschuss als förderwürdig eingestuft. Nach derzeitigem Stand gibt es in allen Themenfeldern noch frei verfügbare Fördermittel, für Projektanträge bei der OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG).
Die nächste Einreichfrist endet am 27. Februar 2004.


Informationen und Kontakt


Projektleiter Mag. Dr. Harald Lettner LL.M. 
OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft
Hafenstraße 47-51, 4020 Linz
Telefon: 070/79810-5161 oder per E-Mail: harald.lettner@tmg.at

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